Das Egerland im Laufe der Zeit

 

 

Eine genaue geschichtliche Beschreibung ist hier nicht zu finden. Bei weiterem Interesse bietet das Internet ausreichend Informationen.

Vielmehr findet man hier eine Zusammenfassung der Geschichte und einige Gedanken dazu.

Zugehörigkeit von Schönbach/Eger und Umgebung

Wie wir auf der Karte sehen können gehörte Schönbach ursprünglich zum Elbogener Kreis während die nordwestlich von Schönbach gelegenen Dörfer zum Egerer Distrikt gehörten.

Ab Mitte des 19. Jahrhundert gehörte auch Schönbach inklusive Schwarzenbach zum Gerichtsbezirk Wildstein und dem Bezirk Eger.

Die Dörfer nordöstlich von Schönbach gehörten überwiegend zum Landkreis Graslitz. Auch Schwarzenbach wurde später Teil dieses Landkreises.

Genauere Angaben zur Zugehörigkeit der einzelnen Dörfer sind bei den Ortsbeschreibungen zu finden.

 

Orte

 

 

Geschichte des Egerlands


Die Geschichte des Egerlands ist von vielen Veränderungen geprägt.

Ursprünglich war die Gegend des heutigen Egerlandes von Kelten besiedelt. Ab dem 1. Jahrhundert nach Christus lebten dort die germanischen Markomannen und ab dem 6. Jahrhundert nach Christus auch die Slawen. Diese lebten viele Jahrhunderte friedlich zusammen.

Als nach dem Dreißigjährigen Krieg und einer Pestwelle die Bevölkerung stark minimiert war, wurden aktiv Deutsche Siedler angeworben, die sich vorzugsweise in den Grenzgebieten niederließen. Damals war das Egerland Teil des Heiligen Römischen Reichs.

1322 wurde das Egerland von Bayern an Böhmen verpfändet. Das Pfand wurde allerdings nie wieder eingelöst. Unter der Habsburgermonarchie verlor die Sonderstellung der Reichspfandschaft Eger immer mehr an Bedeutung. 1751 wurde es dem böhmischen Elboger Kreis zugeteilt und so wurde das Egerland 1806 endgültig Teil des Böhmischen Königreich und dem Kaisertum Österreich, welches 1867 zu Österreich-Ungarn wurde.

Die Niederlage Österreich-Ungarns im 1. Weltkrieg und die Auflösung des Kaiserreichs führte 1919 zum Anschluss des Egerlandes an die Tschechoslowakei.

Schließlich wurde das Egerland unter den Nationalsozialisten im Oktober 1938 in das Deutsche Reich eingegliedert und den dort lebenden Deutschsprachigen Menschen die Deutsche Staatsbürgerschaft zugeteilt.

Nach der Niederlage des Deutschen Reichs im 2. Weltkrieg gehörte das Egerland ab 1945 wieder zur Tschechoslowakei. 1945 und 1946 wurde ein Großteil der Deutschsprachigen Bevölkerung aus dem Egerland vertrieben.

Wikipedia Egerland

 

Sudetenland und Sudetendeutsche

 

Sudetenland war ursprünglich die Bezeichnung für ein geografisches Gebiet, benannt nach dem Gebirgszug Sudeten welcher an der ehemaligen Grenze zwischen Österreich und dem Deutschen Reich die Karpaten mit dem Erzgebirge verbindet.

Ab 1918 entwickelte sich der Begriff langsam als Bezeichnung für die Gebiete in der Tschechoslowakei in denen mehrheitlich deutschsprachige Bürger lebten. Welche Gebiete das waren sehen wir auf der nebenstehenden Karte.

Auch der Begriff Sudetendeutsche für diese deutschsprachigen Bürger entwickelte sich erst nach dem 1. Weltkrieg.

Wikipedia Sudetenland

 

Egerland im 2. Weltkrieg


Auch der 2. Weltkrieg brachte wieder Veränderung in die Geschichte des Egerlands.

Nach dem Einmarsch der Deutschen in die Tschechoslowakei am 29. September 1938 wurde das Egerland dem Regierungsbezirk Eger mit Sitz in Karlsbad im neugeschaffenen Sudetengau zugeordnet.

Die Bezeichnung Egerland bezog sich von da an auf dieses gesamte Gebiet.

Auf der nebenstehenden Karte sehen wir das Gebiet des Egerlandes im 2. Weltkrieg.

Waren unsere Vorfahren Deutsche?

Die Staatszugehörigkeit der Bürger im Egerland änderte sich mit der Geschichte des Egerlands mehrmals.

Genaugenommen kann man sagen, vor 1806 waren einige unserer Vorfahren Deutsche und ab Oktober 1938 alle. Denn wie oben schon erwähnt wurde 1938 allen deutschsprachigen Bürgern in den besetzten Gebieten des Sudetengau die Staatsbürgerschaft des Deutschen Reichs zugeteilt.

Nach dem 1. Weltkrieg, mit Inkrafttreten des Vertrags von Saint-Germain am 16. Juli 1920, wurde allen deutschsprachigen Bürgern in der Tschechoslowakei die Tschechoslowakische Staatsangehörigkeit zugeteilt.

Vor 1920 waren diese Bürger seit 1806 Staatsangehörige von Österreich bzw. Österreich-Ungarn.

Es liegt nahe anzunehmen, dass sich unsere Vorfahren als Österreicher gefühlt haben. Zeugen dafür sind zahlreiche Denkmale für Angehörige der Donaumonarchie. Auf dem nebenstehenden Foto sehen wir das inzwischen verschwundene Kaiser Josef Denkmal in Schönbach. Auch die Vornamen Franz Josef und Elisabeth erlebten nach der Krönung von Franz Josef I und nach seiner Heirat mit Elisabeth (Sissi) einen wahren Boom. Des weiteren dienten die jungen Männer aus der Gegend bis zum 1. Weltkrieg ausschließlich in der kaiserlich königlichen Armee Österreich-Ungarns. 

Deutschbezogene Denkmale sind nicht zu finden. Kindern wurden deutschbezogene Vornamen wie z. B. Wilhelm erst ab den späten 1920er Jahren und auch nur selten gegeben.  

Ein allzeit sehr beliebter männlicher Vorname war Wenzel oder Wenzl. Dieser Vorname bezog sich auf Wenzel von Böhmen (ca. 908 – ca. 935), ein böhmischer Fürst, Märtyrer und Heiliger aus der tschechischen Dynastie der Přemysliden. Ebenso wie der weiblich Vorname Ludmilla, bezogen auf dessen Großmutter. Beide waren maßgebend für die Christianisierung Böhmens.  Wenzel wurde 1729 als erster Tscheche heiliggesprochen.

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